kunststoff kleben

Kunststoff kleben – Großer Ratgeber mit Anleitung

Kunststoff kleben am Auto oder auch im Heimbereich ist relativ häufig vonnöten, stellt den Anwender jedoch vor die eine oder andere Herausforderung. In jedem Fall ist ein spezieller Kunststoffkleber nötig – und eine entsprechende Vorbehandlung der zu klebenden Oberflächen. Wie genau das Plastik Kleben ablaufen sollte und wie Sie beispielsweise Plastik auf Metall kleben können, erfahren Sie in unserem Kunststoffkleber Ratgeber.

 

 

 

Was ist Plastikkleber?

Möchten Sie gebrochenes Plastik kleben, müssen Sie verschiedene Dinge beachten. Vor allem die Wahl des geeigneten Klebers ist von großer Wichtigkeit, um eine dauerhafte Verbindung zu erzielen.

Kunststoffkleber oder auch Plastikkleber wurde speziell für die Anforderungen an das Kunststoff Kleben entwickelt. Mit ihm lassen sich in der Regel sogar sehr schwer zu fügende Materialien wie beispielsweise PP Kunststoff kleben. Auch das ABS Kunststoff Kleben sollte damit kaum ein Problem sein. Dennoch müssen Sie auf die richtige Klebetechnik achten, denn bei Plastik handelt es sich um einen etwas speziellen Werkstoff. Doch was genau ist eigentlich Kunststoff?

 

 

Übersicht der gängigsten Kunststoffe

In heutigen Zeiten scheint die Liste von Kunststoffen schier endlos zu sein. Dennoch gibt es neben relativ unbekannten Kunststoffarten solche, die jedem bekannt sein sollten. Die gängigsten unter ihnen stellen wir Ihnen nachfolgend vor.

Um Kunststoffe nach ihrer Aussortierung besser verwerten zu können, wurde der Recycling Code von der Society of the Plastics Industry, kurz SPI, ins Leben gerufen. Damit wurde die Kategorisierung der verschiedenen Plastikarten wesentlich vereinfacht. Die Kunststoffkürzel wurden genormt und es wurden auch für den Endverbraucher verständliche Recyclingformen eingesetzt. Dadurch kann jeder Haushalt gleich die entsprechenden Schritte zur Vorsortierung im Alltag unternehmen. Von dem System «Grüner Punkt» in Deutschland abgesehen gibt es spezielle Wertstoffhöfe, zu denen aussortierte Kunststoffteile gebracht werden können. All dies soll der Reduzierung des Müllbergs dienen.

Nachfolgend finden Sie eine Tabelle der sieben gängigsten Kunststoffarten mit ihren Einsatzgebieten sowie Wertstoffkürzeln.

 

WerkstoffnameNamenskürzelVerwendungNummer
PolyethylenterephthalatPET, PETEInsbesondere Lebensmittelverpackungen und Folien, Flaschen sowie Polyesterfasern
Polyethylen High DensityPE-HD, HDPERohre, Müllbehälter, Flaschen, Kunstholz
PolyvinylchloridPVCRohre, Fensterrahmen, Fußbodenbeläge
Polyethylen Low DensityPE-LD, LDPEFolien, Tuben aller Art, Seifenspender, Eimer und Plastiktaschen
PolypropylenPPHüllen für DVDs, Industriefasern, Innenraumverkleidungen unter anderem für Autos, Stoßstangen, Lebensmittelverpackungen
PolystyrolPSKoffer, Schaumstoff, CD-Hüllen, Spielzeug und Blumentöpfe
Verschiedene andere Kunststoffarten, beispielsweise Polymethylmethacrylat (PMMA) oder Polycarbonat (PC)O (für Other)Hier besteht eine freiwillige Kennzeichnung, da diese Kunststoffarten nicht in den deutschen oder europäischen Richtlinien aufgeführt werden. Die Rechtsgrundlage bei diesen Kunststoffarten ist unklar. Anwendungsgebiete variieren je nach Kunststoffart.

 

 

 

 

Polyethylen (PE-HD, 02) und Polypropylen (PP, 05)

Bei Polyethylen, kurz PE-HD, und Polypropylen, kurz PP, handelt es sich um thermoplastische Kunststoffe, die für die Weiterverarbeitung sehr wertvolle Eigenschaften besitzen. Im Folgenden einen Vergleich der beiden Werkstoffe:

 

Polyethylen

  • Gehört zu den Polyolefinen
  • Ist teilkristallin sowie unpolar
  • Zählt zu den Standardkunststoffen und wird am häufigsten verwendet
  • Ist eins der wichtigsten Verpackungsmaterialien
  • Wird unterschieden in High Density, Linear Density und Low Density und weist dementsprechend unterschiedliche Eigenschaften auf
  • Weist eine große chemische Beständigkeit sowie ein solides Gleitverhalten und gute elektrische Isolationsfähigkeit auf
  • Hat einen Nachteil: Es verfügt nicht über gute mechanische Eigenschaften, gerade im Direktvergleich zu anderen Kunststoffen; besitzt eine eher niedrige Steifigkeit, Härte sowie Festigkeit, allerdings eine hohe Schlagzähigkeit und Dehnbarkeit
  •  Dehnt sich unter Wärme sehr stark aus
  • Verfügt über eine sehr geringe Gas- sowie Wasserdampfdurchlässigkeit, lässt jedoch Aromastoffe und Sauerstoff sehr gut durch
  •  Ist nur mit entsprechender Vorbehandlung klebbar
  • Besitzt gute elektrische Isolationseigenschaften
  • Kann mit allen bekannten Urformverfahren verarbeitet werden, also beispielsweise Spritzgießen, Extrudieren, Gießen und Blasformen

 

Polypropylen

  • Gehört zu den Polyolefinen
  • Ist teilkristallin sowie unpolar
  • Weist ähnliche Charakteristika auf wie Polyethylen, dabei verfügt es jedoch über eine höhere Härte sowie Wärmebeständigkeit
  • Ist nach Polyethylen das am häufigsten verwendete Verpackungsmaterial
  • Wird auch gern für Kunststoffteile und –verkleidungen eingesetzt
  • Besitzt unter den Standardkunststoffen die geringste Dichte; diese kann jedoch durch Zugabe von Füllstoffen verändert werden
  • Die Schmelztemperatur liegt höher als bei Polyethylen
  • Weist bei Raumtemperatur eine hohe Beständigkeit gegen Lösemittel und Fette auf; ist jedoch weniger beständig gegen chemische Einwirkungen als Polyethylen
  • Eignet sich in der industriellen Verarbeitung insbesondere fürs Spritzgießen, Warmumformen, Tiefziehen, Schweißen, Blasformen, Extrudieren und für die spanende Verarbeitungkristallin sowie unpolar
  • Ist nur in geringem Umfang und nur mit entsprechender Vorbehandlung klebbar

 

Anwendungen von Polyethylen und Polypropylen

Polyethylen wird vorrangig in der Folienproduktion eingesetzt sowie als Ummantelung von Kabeln, als Material für Rohre und Pumpenteile.

Polypropylen wird in vielen verschiedenen Bereichen des täglichen Bedarfs verbaut, so etwa in Kindersitzen und Fahrzeuginnenausstattungen, Kabelummantelungen, Fasern von Heim- sowie Sporttextilien, Teilen für den Modellbau, chirurgischen Teilen und vielen mehr.

kunststoffkleber

 

Polyethylen und Polypropylen kleben

Wie oben bereits angemerkt, ist das Kleben von Polyethylen und Polypropylen nicht anfängerfreundlich, da es sich um Werkstoffe mit niedrigenergetischen Oberflächen handelt. Gerade bei Polyethylen ist das Verkleben schwierig, da dieser Kunststoff unter allen Kunststoffarten die geringste Dichte aufweist. Aus diesem Grund ist eine vorherige Oberflächenbehandlung unabdingbar.

Die Schwierigkeit besteht, gerade bei PP, auch darin, dass dessen Oberfläche kaum von chemischen Substanzen angegriffen werden kann. Dazu zählen auch Fette sowie organische Lösungsmittel. Außerdem ist es laugen- sowie säurebeständig. Um Polyethylen und Polypropylen kleben zu können, muss eine gründliche und aufwändige Oberflächenaktivierung vorangehen. Dies geschieht in der Industrie häufig durch Beizen mit Schwefelsäure. Auch Korona-Entladungen sind eine Möglichkeit zur Aktivierung der Oberfläche bei PP und PE-HD.

Mittlerweile sind für den Heimwerker spezielle Kunststoffkleber im Handel erhältlich, die mit einem Aktivator ausgestattet sind. Auch die Vorbehandlung mit einem Primer ist für den Heimanwender eine Möglichkeit, solche niederenergetischen Oberflächen miteinander zu verbinden. Gerade beim Fügen mit einem Sekundenkleber wie dem nachfolgend vorgestellten Pattex Sekundenkleber Plastix muss ein Primer verwendet werden – wir verraten Ihnen, warum der Pattex Plastix dahingehend für den Anwender sehr komfortabel ist.

 

Empfehlung: Pattex Sekundenkleber Plastix

Der Pattex Sekundenkleber Plastix wird in einer praktischen kleinen Tube geliefert und ist somit einfach anzuwenden. Seine Vorteile liegen auf der Hand:

 

  • Er geht mit den Werkstoffen eine extrem feste und dauerhafte Verbindung ein
  • Die Aushärtungszeit ist sehr kurz
  • Die Anwendung ist so einfach wie sparsam
  • Der Klebstoff ist lösemittelfrei
  • Er ist für viele verschiedene Werkstoffe geeignet, darunter PVC, Porzellan, Metall, Pappe, verschiedene Kunststoffe, unter anderem Polypropylen und Polyethylen

Ein Vorteil punktet so stark, dass wir ihn gesondert aufführen: Der passende Aktivator wird in Stiftform gleich mitgeliefert. Dadurch geht der Sekundenkleber sogar mit Polyethylen und Polypropylen eine dauerhafte und haltbare Verbindung ein. Sie können damit sogar Kunststoff kleben am Auto; nicht einmal die Vibrationen der Fahrt können der Klebeverbindung etwas anhaben.

Wir konnten nur einen Nachteil beim Pattex Plastix erkennen:

  • Es kann vorkommen, dass der Activator Stift ausgetrocknet ist. Dies ist in jedem Fall ein Produktionsfehler und somit ein Fall für den Kundenservice!

Wir sprechen uns in unserem Plastikkleber Ratgeber explizit für den Pattex Plastix Sekundenkleber aus.

PATTEX Plastix Sekundenkleber 2g und 4ml
  • flüssiger Sekundenkleber für Plastik
  • schnelles, einfaches 2-teiliges System
  • Inhalt: 4 ml Aktivator und 2 g Sekundenkleber
  • Der Plastix Sekundenkleber ist lösemittelfrei
  • geeignet für: PVC, ABS, Plexiglas Polyethylen, Polypropylen, Papier, Porzellan, Keramik, Holz, Pappe und Metall
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Polyamid (PA, 07) und Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS, 07)

Nachfolgend die Eigenschaften der beiden Werkstoffe Polyamid und Acrylnitril-Butadien-Styrol:

 

Polyamid

  • Polarer, thermoplastischer Kunststoff mit sehr geringer Oberflächenenergie
  • Hohe Lösemittel- sowie Chemikalienbeständigkeit
  • Durch beide oben genannten Eigenschaften sehr schwer klebbar; die zu verklebenden Oberflächen müssen vorbehandelt werden

 

Acrylnitril-Butadien-Styrol

  • Thermoplastischer Hartkunststoff, der farblos bis gelb ist und solide Werkstoffeigenschaften aufweist, beispielsweise eine hohe Alterungs-, Witterungs- sowie Chemikalienbeständigkeit
  • Verfügt über eine gute Wärmeformbeständigkeit
  • Ist unlöslich in Fetten, Ölen, Laugen, Mineralölen, Ethanol und verdünnten Säuren
  • Schwer klebbar; dies ist erst nach einer entsprechenden Oberflächenvorbehandlung möglich

 

Anwendungen von Polyamid und Acrylnitril-Butadien-Styrol

Polyamide werden wegen ihrer hervorragenden Werkstoffeigenschaften in verschiedensten Bereichen eingesetzt. Sie sind steif und schlagzäh bei gleichzeitiger Hochfestigkeit und weisen nicht nur eine hohe Abriebfestigkeit, sondern auch einen großen Verschleißwiderstand sowie optimale Gleiteigenschaften auf. Wegen dieser Charakteristika setzt man sie oft als Konstruktionswerkstoffe ein. Vorsicht ist geboten mit Säuren sowie oxidierenden Chemikalien, denn von diesen kann Polyamid angegriffen werden. Neben der Verwendung als Konstruktionswerkstoff finden sich folgende Anwendungsbereiche von Polyamid:

  • Synthetische Fasern in Bekleidung, insbesondere in Regen- und Sportbekleidung
  • Synthesefasern in Sportgeräten, beispielsweise in Flugdrachen oder Fallschirmen
  • Faser in technischen Textilien und Geweben
  • Bruchfeste Alltags- und Haushaltsgegenstände
  • Maschinenteile
  • Kleinere Bauteile wie Kabelbinder, Muttern und Dübel
  • Gehäuse und Isolationsmaterial im Bereich der Elektrotechnik
  • Im Fahrzeugbau als Motorkomponenten

 

Um Polyamid zu identifizieren, können Sie die Brennprobe machen. Hierzu nehmen Sie eine kleine Werkstoffprobe und halten diese an eine offene Flamme. Es kommt in der Folge zu einer leichten Aufschäumung sowie einer zähen Tropfenbildung und der Entstehung einer blauen Flamme mit orange-gelblichem Rand. Der dabei entstehende Rauch riecht nach verbranntem Horn.

ABS wird insbesondere für Gehäuse jeglicher Couleur eingesetzt, da er nicht nur eine große Schlagfestigkeit und eine optimale Oberflächenhärte aufweist, sondern auch eine sehr gute Beschichtungsfähigkeit. Diese kann mit Metallen oder auch mit Polymeren vonstatten gehen. Weiterhin kann man ABS bedrucken, verchromen oder auch lackieren.

ABS wird vor allem eingesetzt:

  • Als Haushaltsprodukte und Gegenstände des täglichen Lebens wie Hartschalenkoffer, Spielzeuge, Telefone, Motorrad- und Fahrradhelme
  • In der Automobilindustrie
  • In der Sanitärbranche als Rohre
  • In der Elektrotechnik als Gehäuse

 

Polyamid und ABS kleben

Um Polyamid oder ABS Kunststoff zu kleben wird nicht nur eine Oberflächenvorbehandlung benötigt, sondern auch ein spezieller reaktiver Klebstoff. Wir empfehlen die Vorbehandlung mittels eines speziellen Primers, um die Anhaftung der Substrate sowie die Endfestigkeit und Belastbarkeit optimal zu steigern. Der Primer wird zunächst sehr dünn auf beide zu verklebenden Flächen aufgetragen. Diese sollten natürlich zuvor gereinigt worden sein – wie genau, erfahren Sie in unserem Kapitel «Vorbereitungsarbeiten». Der Primer muss nun eine bestimmte Zeit einwirken; halten Sie sich hierzu an die Herstellerangaben.

Als Klebstoff empfehlen wir beispielsweise Lösemittelklebstoff oder auch einen zweikomponentigen Plastikkleber auf Epoxidharzbasis. Für sehr starke Belastungen eignet sich ein zweikomponentiger Methylmethacrylatkleber oder ein 2K Polyurethankleber.

 

Empfehlung: HG Power Glue Schweißnaht

Die HG Power Glue Schweißnaht aus der Flasche ist ein extrem effektiver und haltbarer Klebstoff, der sogar schwierig zu fügende Materialien wie ABS Kunststoff kleben kann. Dabei bietet er dem Anwender vielfältige Vorteile, aber auch zwei Nachteile:

 

Vorteile

 

  • Der Plastik Kleber Power Glue weist eine enorme Klebkraft auf, da er ein spezielles Plastikgranulat enthält
  • Ist für jede Art der Verklebung geeignet, beispielsweise wenn Sie Plastik auf Metall kleben wollen
  • Die komplette Aushärtung des Klebstoffs benötigt nur wenige Sekunden Zeit
  • Die ausgehärtete Klebefläche ist extrem belastbar, witterungs-, wasser- sowie chemikalienbeständig; des Weiteren ist sie mechanisch bearbeitbar
  • Ist für fast alle Werkstoffe anwendbar, auch wenn Sie schwierige Materialien wie PP Kunststoff kleben möchten
  • Die Anwendung ist denkbar einfach, wodurch der Power Glue für jeden geeignet ist

Nachteile

 

  • Auch mit dem Power Glue ist natürlich eine Oberflächenvorbehandlung bei Materialien wie ABS oder PP nötig; den dazu gehörenden Primer müssen Sie jedoch separat erwerben
  • Dadurch entstehen weitere Kosten, wobei schon der eigentliche Kunststoff Kleber nicht unbedingt günstig ist

Von diesen beiden Nachteilen abgesehen, konnten wir nichts entdecken, was die Vorteile dieses Klebers aushebelt. Bedenken Sie, dass Sie mit einem solchen Klebstoff auch höherwertige Produkte aus Kunststoff reparieren können, so dass sich der doch recht hohe Preis für den HG Power Glue definitiv lohnt. Wir würden diesen Plastik Kleber uneingeschränkt empfehlen!

HG POWER GLUE Schweißnaht aus der Flasche
  • Deutlich höhere Klebekraft als herkömmliche Klebstoffe
  • Selbst stark beanspruchte Teile können dauerhaft repariert werden
  • Die Aushärtung dauert nur wenige Sekunden
  • witterungsbeständig, hitze- und kälteresistent
  • Ein Klebesystem für 93% aller Materialien
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Polyvinylchlorid (PVC, 03)

Polyvinylchlorid ist den meisten Anwendern wahrscheinlich unter seinem Kürzel PVC bekannt. Es handelt sich bei PVC um ein thermoplastisches Polymer, welches aus dem Monomer Vinylchlorid synthetisiert wird. PVC ist eins der bedeutendsten Kunststoffpolymere und höchst resistent gegenüber Chemikalien. Außerdem ist es sehr beständig gegen witterungsbedingte Einflüsse sowie UV-Strahlung. Für seine Herstellung ist, verglichen mit den meisten anderen Kunststoffarten, eine relativ geringe Menge an Erdgas bzw. Erdöl vonnöten. Daher ist PVC schwer entflammbar.

Allerdings werden seine äußerst positiven Eigenschaften nur durch Beimischung von verschiedenen Additiven wie beispielsweise Gleitmitteln, Stabilisatoren oder auch Weichmachern erzielt.

PVC gilt als umstritten, da es potentiell gefährliche Stoffe wie Vinylchlorid enthalten kann. Dieser gilt als krebserregend. Daher ist der Arbeitsschutz bei der PVC-Produktion besonders wichtig. Ob auch das Endprodukt, das PVC, Schadstoffe ausstößt, ist bis heute ein großer Streitpunkt zwischen Industrie- und Umweltverbänden. Bei dieser Diskussion geht es allerdings vorrangig um das Weich-PVC.

 

Anwendungen von Polyvinylchlorid

PVC Kunststoffe werden eingeteilt in zwei verschiedene Kategorien:

  • Weich-PVC weist ein elastisches Verhalten auf, da es Weichmacher enthält. Es wird vor allem eingesetzt als flexibles Dichtmaterial, Fußbodenbeläge und Isolationsmaterial für Kabel und Leitungen.
  • Hart-PVC enthält keine Weichmacher und wird insbesondere verwendet zur Herstellung von Rohren, Rohrleitungen, Profilen, Lichtkuppeln, Lüftungsschächten sowie Fassadenelementen, aber auch im Modellbau, beispielsweise als Hartschaumplatten.

 

plastik kleben

Eine weitere Anwendung des Polyvinylchlorid wird Musikfreunden geläufig sein: In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts löste Vinyl das Schellack als Material für Schallplatten ab.

 

PVC kleben

Beim PVC Kleben ist es von besonderer Bedeutung, auf die eventuell vorhandenen Weichmacher zu achten. Beim Hart-PVC ist dies keine Frage, jedoch stellt Weich-PVC den Anwender vor große Herausforderungen. Denn die Moleküle der enthaltenen Weichmacher können an die Oberfläche migrieren und dort den Klebstoff anlösen. Somit ist keine dauerhafte Verbindung möglich. Dies wird noch begünstigt bei Klebeflächen, die unter besonders großer Spannung stehen oder hohen Belastungen ausgesetzt sind.

Eine Möglichkeit, PVC zu kleben, ist das Kontaktklebeverfahren, bei dem beide Flächen dünn mit einem geeigneten Klebstoff bestrichen und dann, nach einer bestimmten Ablüftzeit, zusammengefügt werden. Hier hat sich ein Zwei-Komponenten-Kleber auf Polyurethanbasis bewährt. Um eine bessere Anhaftung zu gewährleisten, können Sie dem Klebstoff einen Vernetzer beimischen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung eines qualitativ hochwertigen, einkomponentigen Spezialklebers wie dem Pattex Special Modellbau, den wir Ihnen nachfolgend vorstellen.

 

Empfehlung: Pattex Special Modellbau

Der Pattex Special Modellbau wartet nicht nur mit einem unschlagbar guten Preis-Leistungs-Verhältnis auf; er bietet gerade Modellbauern alles, was sie für ihr Hobby benötigen. Doch das sind nicht die einzigen Vorteile dieses Spezialklebers:

Vorteile

 

  • Mit seiner hauchdünnen Mikrospitze lässt sich der Plastikkleber überall auftragen, sogar auf sehr schwer zugängliche Stellen – dadurch ist er perfekt geeignet für den Modellbau
  • Die damit vorgenommenen Verklebungen sind extrem halt- und belastbar
  • Der Kunststoffkleber härtet klar aus, so dass er nach dem Trocknen praktisch unsichtbar ist
  • Er ist wasserfest und hochgradig resistent gegenüber Chemikalien, witterungs- sowie UV-bedingten Einflüssen
  • Die Komplettaushärtung erfolgt innerhalb weniger Minuten
  • Der Plastikkleber fügt auch Kunststoffe mit Holz oder anderen Werkstoffen zusammen

Nachteile

 

  • Der Spezialkleber von Pattex ist vor allem für Hart-PVC geeignet; bei der Anwendung an Weich-PV ist aus oben genannten Gründen Vorsicht geboten
  • Der Klebstoff ist lösemittelhaltig, so dass Sie nicht nur die Ablüftzeit, sondern auch die Sicherheitsvorkehrungen bei der Arbeit im Auge behalten müssen

Die vielen Vorteile wiegen die wenigen Nachteile jedoch bei Weitem auf, so dass wir für den Pattex Spezialkleber Modellbau eine absolute Empfehlung aussprechen können.

Pattex PXSM1 Spezialkleber Modellbau
  • Für Kunststoffmodellbau
  • Wasserfest, hochfest und härtet glasklar aus
  • Mit Mikro-Dosiernadel – auch für schwer zugängliche Stellen
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Polystyrol (PS, 06)

Polystyrol oder PS ist in unser aller Alltag nicht mehr wegzudenken. Es handelt sich dabei um einen Massenkunststoff, der nicht nur in Steckdosen und anderen Gehäusen zu finden ist, sondern auch in CD-Hüllen und sogar in Verpackungen von Lebensmitteln. Er ist teilkristallin und amorph, seine Farbe ist in der Regel transparent, im geschäumten Zustand jedoch weiß.

Polystyrol ist im Allgemeinen besser zu kleben als manch andere Kunststoffarten, da er nicht nur polar, sondern auch lösemittellöslich ist. Dennoch ist es auch bei PS wichtig, auf den richtigen Kunststoffkleber zu achten. Gerade was das zweite Substrat angeht – also den zweiten Werkstoff, mit dem PS verklebt werden soll –, ist Vorsicht geboten, denn eine haltbare Verbindung ist nicht mit jedem Material möglich.

 

Anwendungen von Polystyrol

Der Grundstoff, also ausgehärtetes Polystyrol, liegt zunächst in Granulatform vor. Daraus werden dann viele verschiedene Massenartikel gefertigt. Gerade im Haushaltsbereich punktet Polystyrol, da es einfach zu verarbeiten und sehr günstig ist. Es wird eingesetzt

  • Als Haushaltsartikel wie beispielsweise Joghurtbecher, Plastikflaschen und Mixergehäuse aufgrund seiner Ungiftigkeit sowie Lebensmitteltauglichkeit
  • In der Elektrotechnik zur Kabelisolation sowie in Spulenkörpern, Gehäusen und Schaltern aufgrund seiner guten Isolationseigenschaften
  • Im Modellbau
  • In der Medizin als Blisterverpackungen
  • In der Bauindustrie sowohl als Verpackungsmaterial wie auch als Dämmstoff unter dem Namen Styropor

 

Polystyrol kleben

Um Polystyrol zu verkleben, muss eine optimale Oberflächenbeschaffenheit gegeben sein. Diese besteht beim PS in einer sehr glatten und sauberen Struktur. Außerdem muss sie eine ausreichende Größe aufweisen, damit die Haftwirkung des Kunststoffklebers gegeben ist.

Mit einem feuchten Schwammtuch oder staubfreien Lappen und etwas mildem Spülmittel können die Substrate von Staub und Fett befreit werden. Möchten Sie das Polystyrol auf Metall kleben oder auch auf Holz, sollten Sie Letztere vor dem Klebevorgang leicht anrauen. Damit wird die adhäsive Wirkung des Plastikklebers erhöht. Danach muss die Klebefläche natürlich erneut vom Staub befreit werden.

Nun wird zwischen kleinen und großen Klebeflächen unterschieden. Kleine Flächen können vor allem mithilfe einer Tube oder eines kleinen Pinsels mit Klebstoff benetzt werden. Bei großen Flächen kann ein Sprühkleber zum Einsatz kommen. Verwenden Sie einen lösemittelhaltigen Klebstoff und fügen Sie die beiden Flächen rasch zusammen. Gerade beim Sprühkleber ist dabei eine plane Oberfläche sehr wichtig, da es sonst zu einer ungenügenden Verklebung kommt.

Ist es nicht möglich, die beiden Flächen völlig zu ebnen, können Sie auf einen Spachtelkleber zurückgreifen, der als Ausgleichsschicht fungiert. So werden Ritzen und Löcher mit dem Spachtelkleber aufgefüllt. Beginnen Sie in diesem Fall mit einer großzügigen Klebewulst an den Außenkanten der Substrate und füllen Sie hiernach den Klebstoff in den Innenbereich. Der Spachtelkleber sollte nun mindestens vierzig Prozent der zu verklebenden Fläche bedecken.

Eine Alternative hierzu bietet der Montagekleber, welcher insbesondere in Innenräumen zum Einsatz kommen kann, oder ein spezieller Styropor Kleber, den wir im folgenden Kapitel empfehlen.

 

Empfehlung: Pattex Styropor Kleber

Der Pattex Spezialkleber Styropor ist ein Kleber für besonders hartnäckige Klebefälle. Seine Vorteile und Nachteile sind wie folgt:

Vorteile

 

  • Er härtet weiß aus und ist damit gerade auf Styropor sehr unauffällig
  • Ist alterungs-, witterungs- sowie temperaturbeständig
  • Härtet schnell aus
  • Ist wasserfest
  • Nicht nur für Styropor, sondern für alle haushaltsüblichen Hartschäume geeignet
  • Auch für Verklebungen zwischen unterschiedlichen Materialien sehr gut geeignet
  • Einfach anzuwenden, auch für ungeübte Handwerker
  • Preislich absolut in Ordnung, vor allem da auch hochpreisige Gegenstände damit repariert werden können

Nachteile

 

  • Der Kleber ist hochgiftig für alle Wasserorganismen und Reste davon müssen unbedingt gesondert entsorgt werden
  • Bei der Arbeit mit dem Plastikkleber sollten unbedingt Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, damit keine gesundheitlichen Probleme entstehen

Die beiden Nachteile, die wir entdecken konnten, treffen jedoch sicherlich auf die meisten Kleberarten zu. Daher gibt es von uns eine uneingeschränkte Empfehlung für den Pattex Styropor Kleber.

Pattex Spezialkleber Styropor
  • Spezialkleber für alle gebräuchlichen Hartschäume wie Styropor
  • Schnell härtend, wasserfest und temperatur- und alterungsbeständig
  • Härtet weiß aus
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Polymethylmetacrylat (PMMA)

PMMA ist vor allem unter den Namen Plexi- oder auch Acrylglas bekannt, wobei es sich bei der Bezeichnung Plexiglas um ein Patent handelt. Es wird gerade aufgrund seiner optischen Eigenschaften eingesetzt.

 

plexiglas kleben

 

Es sind zwei verschiedene Arten von PMMA bekannt:

  • Hochmolekulares PMMA, welches gegossen wird und zur Gruppe der thermoelastischen Werkstoffe gehört; sie werden sowohl spanend als auch durch Thermoformen verarbeitet
  • Thermoplastisches PMMA, welches ebenfalls spanend, aber auch mithilfe von Schweißen, Thermoformen, Extrudieren sowie Spritzgießen verarbeitet wird

 

PMMA weist eine mittlere Festigkeit bei gleichzeitig hoher Schlagzähigkeit sowie Steifigkeit auf. Dadurch verfügt der Werkstoff über eine optimale Kratzfestigkeit, die sich durch eine entsprechende Oberflächenbehandlung noch deutlich erhöht. Die Oberfläche kann außerdem bei Bedarf einfach poliert werden, wenn unschöne Kratzer entstanden sind.

Gerade im Außenbereich punktet das Material durch seine UV-, Alterungs- sowie Witterungsbeständigkeit. Weiterhin ist es höchst unempfindlich gegenüber chemischen Einflüssen. Vorsicht ist geboten bei Chemikalien wie

  • Aceton
  • Ketonen
  • Ethanol
  • Benzol

 

Diese können das PMMA angreifen. Reinigen Sie es daher möglichst nicht mit Alkohol oder Lösemitteln.

PMMA kann durch einen einfachen Test identifiziert werden: Halten Sie eine kleine Probe an offenes Feuer. Verbrennt es unter einem süßlichen Geruch und gelblicher Flamme und entsteht dabei ein knisterndes Geräusch, handelt es sich um PMMA.

 

Anwendungen von Polymethylmetacrylat

Aufgrund seiner ungiftigen Eigenschaften kann PMMA nicht nur als Verglasung von Duschkabinen oder Lichtkuppeln eingesetzt werden, sondern auch im Haushalt und zur Lebensmittelverpackung. Es hat optimale Verarbeitungseigenschaften und ist daher ein sehr beliebtes Material sowohl für den Kleinanwender als auch für die Industrie. Es ist hervorragend einfärbbar und weist sogar eine bessere Lichtbrechung auf als Mineralglas.

Generell sind seine Einsatzgebiete wie folgt:

  • Im Bausektor wird es gern für Verglasungen aller Art eingesetzt und hier vor allem für Flachdächer, Industrietorverglasungen, Industriefußböden, Polymerbeton sowie Sanitärbauteile wie Duschkabinen und Badewannen
  • Der Fahrzeugbau profitiert vom PMMA als Material für Reflektor- und Säulenverkleidungen und als Lichtleiter
  • Im Anlagenbau werden Schutztüren sowie Schutzhauben damit gebaut
  • Die Luftfahrindustrie verwendet PMMA bei Scheinwerferabdeckungen, Hauben sowie Verglasungen
  • Die Lebensmittelindustrie baut aus PMMA Leitungsrohre für verschiedene Flüssigkeiten und Getränke wie Milch und Bier
  • Für die Textilindustrie werden Fasern daraus hergestellt
  • Die Medizinindustrie verwendet PMMA als Verbandsschienen sowie Zahnprothesen
  • Unter den Haushaltswaren kann PMMA unter anderem als Gehäuse, Behälter, Schutzscheiben und Leuchtenabdeckungen punkten

Die Einsatzmöglichkeiten von PMMA sind also unglaublich vielfältig. Dennoch sollte dieser Werkstoff nicht vorschnell entsorgt werden, um ein neues Produkt zu kaufen. Gerade Kleinanwender können mit unseren Tipps PMMA kleben und somit reparieren. Wir verraten Ihnen nachfolgend, wie Sie PMMA kleben können.

 

PMMA kleben

Wie bereits beschrieben, ist PMMA empfindlich gegenüber Lösemitteln. Diese können jedoch verwendet werden, um die Oberflächenbeschaffenheit des Werkstoffs so zu verändern, dass dieser sich besser kleben lässt. Achten Sie darauf, kein polares Lösemittel wie Aceton zu verwenden, da dieses zu Spannungen und letzten Endes zur Rissbildung im Werkstoff führen könnte. Verwenden Sie also zur Reinigung des Substrats einen unpolaren Reiniger wie Isopropanol. Lassen Sie nach der Reinigung das Isopropanol etwa zehn Minuten lang auslüften, bevor Sie den Plastikkleber auftragen.

Ist das Substrat mit einer kratzfesten Beschichtung versehen, basiert diese in der Regel auf Polysiloxanen. Dann können Sie auf einen zweikomponentigen Polyurethanklebstoff zurückgreifen. PU Klebstoffe verfügen über optimale adhäsive Eigenschaften bei hoher mechanischer sowie witterungsbedingter Belastbarkeit. Außerdem vergilben sie nicht.

Verwenden Sie zuvor einen Glasprimer, um die Anhaftung zu optimieren.

Styrolfreie MMA-Klebstoffe sind ebenfalls zur Verklebung von PMMA geeignet, da es sich dabei quasi um verflüssigtes Plexiglas handelt. Allerdings sollten diese Klebstoffe in jedem Fall vorab an einer unauffälligen Stelle getestet werden, da es in manchen Fällen zu Spannungsrissen im Substrat kommen kann.

Die Auswahl des geeigneten Plastikklebers wird durch die optisch hohen Ansprüche an die Klebefläche erschwert. Gerade bei nicht eingefärbtem und somit transparentem PMMA ist diese Frage von hoher Wichtigkeit.

Im Notfall können Sie PMMA auch mit Sekundenkleber reparieren oder verkleben, allerdings kann es hierbei zu einer unschönen Schlierenbildung kommen. Im Zweifelsfall greifen Sie lieber auf einen von uns empfohlenen Plastikkleber wie den Acrifix PMMA Kleber zurück, den wir Ihnen nachfolgend vorstellen.

 

Empfehlung: Acrifix PMMA Kleber

Der einkomponentige Acrifix PMMA Kleber ist nicht nur für PMMA, sondern auch für verschiedene andere Kunststoffarten geeignet. Er wird in einer praktischen 100 ml umfassenden Tube geliefert und lässt sich auch von ungeübten Heimwerkern einfach anwenden. Er bietet viele Vorteile:

Vorteile

 

  • Der Kleber ist perfekt für Acrylatbauteile geeignet
  • Er schafft dauerhafte und extrem stabile Klebeverbindungen
  • Die Verarbeitung ist extrem einfach
  • Nach der Trocknung ist er farblos
  • Für alle Arten von Verklebungen geeignet, sowohl für punktgenaue als auch für flächige
  • Auch zur Verfüllung von Kehlnahten verwendbar
  • Licht- bzw. UV-härtend
  • Die geklebten Teile sind bereits drei Stunden nach der Verklebungsarbeit zur Weiterverarbeitung geeignet
  • Die Witterungs- sowie Alterungsbeständigkeit des Klebstoffs ist hervorragend
  • Ist zur Verdünnung mit einschlägigen Präparaten geeignet; dies wird bei Verfugungsarbeiten empfohlen

Nachteile

 

  • Der Kleber hat natürlich einen stolzen Preis
  • Er stößt bei der Arbeit und auch nach der Trocknung einen recht unangenehmen Geruch aus; es sollte bei der Benutzung also sehr gut gelüftet werden

Der Acrifix PMMA Kleber bietet dem Anwender viele Vorteile bei nur sehr wenigen Nachteilen und erhält von uns daher eine glasklare Empfehlung.

ACRIFIX Kleber für Acrylglas und Plexiglas, 100 ml
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  • Einfache Verarbeitung
  • Farblos nach Trocknung
  • Extrem witterungsbeständig und robust
  • Die geklebten Teile sind bereits nach drei Stunden voll belastbar
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Anleitung für das Plastik kleben

Werkstoffe wie Keramik, Glas oder auch viele Metalle bieten eine hohe Oberflächenenergie und somit perfekte Anhaftungseigenschaften für Klebstoffe. Generell ist zu sagen, dass ein Klebstoff immer dann gut klebt, wenn das Substrat, also die zu verklebende Fläche, eine höhere Spannung aufweist als der Klebstoff selbst.

Daher ist es  oft schwierig, Kunststoff zu kleben, denn viele Kunststoffarten verfügen über eine unpolare, also eine niederenergetische, Oberfläche. Um beurteilen zu können, ob es sich bei Ihrem Substrat um eine nieder- oder hochenergetische Oberfläche handelt, können Sie einen kleinen Test mithilfe eines Wassertropfens durchführen. Träufeln Sie einfach ein klein wenig Wasser auf die Oberfläche. Formt sich dabei ein Tropfen, handelt es sich um eine niederenergetische Oberfläche. Verläuft das Wasser, liegt Ihnen eine hochenergetische Oberfläche vor.

Eine niederenergetische Oberfläche muss in jedem Fall vorbehandelt werden, da der Plastikkleber sonst seine Hafteigenschaften nicht ausbilden kann. Wie das genau geht, erfahren Sie im nachfolgenden Kapitel.

 

Vorbereitungsarbeiten

Möchten Sie gebrochenes Plastik kleben, sollten Sie also unbedingt auf eine entsprechende Vorbehandlung der Oberflächen achten. Die Oberflächen müssen zunächst von Staub und hiernach von Fett- und Ölrückständen gesäubert werden. Dazu können Sie ein fusselfreies Tuch sowie ein geeignetes Reinigungsmittel verwenden. Wir empfehlen dazu Wasser und Lösungsmittel.

Nutzen Sie zur Reinigung entweder ein Sprüh- oder ein Tauchverfahren. Die Reinigung von hartnäckigen Fetten kann auch durch ein sanftes Vortrocknen im Ofen erfolgen.

Hiernach sollte eine Oberflächenbehandlung durch Sandstrahlen oder Schmirgeln erfolgen. Dadurch wird die zu klebende Fläche angeraut und der Plastikkleber kann einwandfrei haften. Es kann auch eine chemische Vorbehandlung durch Beitzen oder Ätzen erfolgen, wodurch sich eine neue Oberflächenstruktur ergibt. Auch thermische sowie Laservorbehandlungen sind möglich, jedoch vom Heimanwender nicht immer durchführbar. Es handelt sich dabei meist um Prozesse wie das elektrische Plasmaverfahren, durch die die Oberfläche entweder physikalisch oder chemisch verändert wird.

Das Beschichten der Oberflächen vor dem Verkleben ist ebenfalls eine Variante. Als Kleinanwender können Sie dabei auf einen geeigneten Primer zurückgreifen. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die chemisch reagiert und somit genau nach Anleitung angewandt werden muss. Beachten Sie die Anweisungen des jeweiligen Herstellers.

Wenn Sie die Oberfläche gereinigt haben, dürfen Sie diese nicht mehr mit bloßen Händen berühren, da sich sonst erneut Hautfette darauf ablagern und die Klebewirkung beeinträchtigen könnten. Die Oberfläche müsste also ein weiteres Mal gereinigt werden.

 

Kleben und Rückstände entfernen

Nun können Sie den Plastikkleber nicht zu großzügig auftragen und die beiden Flächen mit hohem Druck zusammenfügen. Fixieren Sie sie gegebenenfalls, achten Sie jedoch auf die Brüchigkeit des Materials. Beachten Sie in jedem Fall die eventuelle Ablüftzeit des Plastikklebers, bevor Sie die Teile zusammenfügen. Nach dem Fügen halten Sie sich an die vom Hersteller empfohlene Trocknungszeit. Diese kann variieren, da sie abhängig ist von der Umgebungstemperatur, der Luftfeuchtigkeit und natürlich den Substraten und dem verwendeten Plastikkleber. Geben Sie dem Klebstoff zur Sicherheit etwas mehr Zeit als angegeben.

Entfernen Sie überschüssigen Kunststoffkleber sofort nach dem Verkleben, denn nach dem Aushärten ist es kaum noch möglich, ihn zu lösen. Dann muss er mühsam mit einem Skalpell abgekratzt werden, wobei die Oberfläche beschädigt werden könnte.

 

 

Sicherheitshinweise

Beim Kunststoff Kleben sollten Sie auf Ihre Sicherheit achten, da bei der Arbeit potentiell gesundheitsschädliche Dämpfe entweichen können.

Ein gut belüfteter Arbeitsplatz sollte Standard sein, ebenso wie das Tragen einer Atemschutzmaske und langärmeliger Kleidung. Auch Einweghandschuhe dienen Ihrer Sicherheit. Sollte der Klebstoff in Kontakt mit Ihrer Haut kommen, waschen Sie ihn sofort mit warmer Seifenlauge ab. Bei Kontakt mit Ihren Augen oder Ihren Schleimhäuten, spülen Sie diese mehrere Minuten lang mit handwarmem Wasser aus. Suchen Sie danach sofort einen Arzt auf und zeigen Sie ihm die Packungsbeilage vor, damit er sich ein Bild von den Stoffen machen kann, die in Ihre Augen oder Schleimhäute gelangt sind.

 

 

Tipps und Tricks für das Kunststoff kleben

Eine neuere Entwicklung beim Plastik Kleben ist die Verwendung doppelseitiger Acrylatschaum Klebebänder. Diese sind perfekt für niedrigenergetische Oberflächen geeignet und weisen eine hohe Absorption von mechanischen Belastungen auf. Auch Acrylic-Foam-Bänder sind zur Verklebung von Plastikteilen geeignet und dämpfen sowohl Temperaturunterschiede als auch Vibrationen.

Nicht immer kann man jedoch doppelseitiges Klebeband verwenden. Möchten Sie beispielsweise Risse im Material kleben, sollten Sie einen geeigneten Kunststoffkleber verwenden. Bohren Sie in diesem Fall den Riss am Ende an, damit sich dieser nicht noch weiter ausdehnt. Danach können Sie ihn, wie oben beschrieben, kleben.

 

Beim Kunststoff Kleben kommt es also stark auf die Materialzusammensetzung und die richtige Oberflächenvorbehandlung an. Wir hoffen, wir konnten Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Kunststoffe sowie wertvolle Tipps zum Kleben von Plastik an die Hand geben.

 

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