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PP kleben – Der Polypropylen Kleber Ratgeber

pp kleben

 

Es gibt Materialien, die rasch und einfach zu verkleben sind. Und dann gibt es Polypropylen. Schnell stellt sich dem Anwender die Frage: Womit kann man PP kleben? Was genau es so schwer macht, PP Kunststoff wirklich dauerhaft und stabil zu fügen und welchen PP Kleber Sie dazu verwenden sollten, verraten wir Ihnen in unserem Polypropylen Kleber Ratgeber.

 

 

 

Was ist Polypropylen?

Polypropylen, in der Kurzform PP, wurde in den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts von Karl Rehn synthetisiert. Zur selben Zeit entdeckte auch Giulio Natta die Vorzüge dieses Materials. Seit 1957 wird PP industriell in größeren Chargen hergestellt.

Es handelt sich dabei um einen thermoplastischen Kunststoff, der den Gruppen der Polyolefinen zugehörig ist. Dies bedeutet, dass sich PP Kunststoff bei höheren Temperaturen umformen lässt. Bei Zimmertemperatur oder allgemein niedrigen Temperaturen weist PP Werkstoffeigenschaften auf, die für viele Anwender höchst nützlich sind:

  • Hohe chemische Beständigkeit
  • Hohe Oberflächenhärte
  • Hohe Festigkeit sowie Steifigkeit
  • Geringere Umweltschädlichkeit im Vergleich zu anderen Kunststoffen
  • Gute Recycelbarkeit

Zudem ist es schweißbar, geruchlos sowie gut hautverträglich und damit optimal für verschiedenste Lebensbereiche einsetzbar. Auch in der Industrie erfreut sich PP Kunststoff hoher Beliebtheit.

polypropylen kleben

Dieser Thermoplast lässt sich durch verschiedene Verfahrensformen verarbeiten, unter anderem durch Tiefziehen, Extrudieren, Schweißen, Blasformen, Spritzgießen sowie Warmumformen. Auch für die spanende Verarbeitung sowie für die Schaumstoffherstellung ist PP sehr gut geeignet.

Verschiedene mineralische Füllstoffe wie beispielsweise Glasfasern, Kreide oder Talkum können zu einer höheren Stabilität dem PP zugesetzt werden, so dass daraus ein breites Anwendungsportfolio dieses thermoplastischen Kunststoffes resultiert.

 

 

Wo wird PP eingesetzt?

Die positiven Werkstoffeigenschaften von Polypropylen sind so vielfältig, dass sich dieses Material nicht nur in der industriellen Verarbeitung, sondern auch bei Heimanwendern höchster Beliebtheit erfreut. So wird es unter anderem eingesetzt

  • Im Fahrzeug-, Maschinen- sowie im Flugzeugbau
  • Im Bauwesen
  • In der Elektrotechnik
  • Im Konsumwesen
  • In der pharmazeutischen Industrie
  • In der Lebensmittelbranche

 

Dabei ist das Spektrum der Einsatzbereiche sehr breit gefächert. Aus PP werden unter anderem

  • Innenauskleidungen für verschiedene Haushaltsgeräte
  • Kabel- und Drahtummantelungen
  • Trafogehäuse
  • Plattenware und Spritzgussteile
  • Joghurt- und Einwegbecher
  • Schuhabsätze
  • Verschlüsse für Flaschen
  • Innenauskleidungen für PKW sowie Crash-Absorber-Elemente

gefertigt. Daneben gibt es noch Dutzende andere Anwendungsbereiche.

 

 

Wieso ist es so schwierig, Polypropylen zu kleben?

Das Polypropylen Kleben stellt sich als sehr kompliziert dar. Zwar bieten Kunststoffe dem Anwender sehr viele Vorteile; ein gravierender Nachteil jedoch ist die äußerst geringe Dichte und somit eine sehr niedrige Oberflächenspannung, gerade im Vergleich zu Metallen. Außerdem ist das Benetzungsverhalten ein ganz anderes. Dieses ist, ebenfalls im Vergleich zu Metallen sowie Metalllegierungen, ein deutlich schlechteres.

Durch die geringe Oberflächenenergie sowie das schlechte Benetzungsverhalten ist es kaum möglich, Polypropylen zu kleben. Letzteres sorgt nämlich dafür, dass Flüssigkeiten, auch solche mit hoher Viskosität, einfach abfließen statt an Ort und Stelle zu verweilen. Dies gilt nicht nur für Wasser, sondern auch für Klebstoff und Farben. Vergleichbar ist dies mit einem Lotuseffekt. Daher kommt sowohl der Auswahl des richtigen PP Klebers als auch einer optimalen Oberflächenvorbehandlung eine essentielle Bedeutung zu.

Die Oberflächenspannung eines Werkstoffs lässt sich übrigens mithilfe der Wassertropfenprobe ermitteln. Dabei wird Wasser, alternativ auch Tinte, auf die Oberfläche aufgetragen. Zieht sich die Flüssigkeit zusammen statt die Oberfläche vollständig zu benetzen, so handelt es sich bei dieser um eine niederenergetische Außenseite.

Doch womit kann man PP kleben? Wir stellen Ihnen eine Auswahl an Klebstoffen vor, mit denen Sie nicht nur PP, sondern auch Polyethylen kleben können, dessen Klebeeigenschaften generell vergleichbar sind.

 

 

PP kleben mit 2 Komponenten Epoxidharzkleber

Zweikomponentige Klebstoffe sind auch als reaktive Klebstoffe bekannt. Sie basieren auf Epoxidharz, Polyurethan oder Methylmethacrylat. Die Besonderheit besteht in den beiden Komponenten dieses Systems. Bei den Epoxidharzklebern sind dies das Epoxidharz sowie ein Härter.

polyethylen kleben

Beide Komponenten werden in einem bestimmten Mischverhältnis zusammengegeben und gehen eine chemische Reaktion miteinander ein. Von essentieller Bedeutung ist hierbei das optimale Mischverhältnis, denn stimmt dieses nicht, erfolgt eine unzureichende Aushärtung – die Klebenaht kann sich wieder ablösen. In der Regel sind zweikomponentige Epoxidharzkleber lösemittelfrei.

Gerade für die Verklebung größerer Flächen ist der Epoxykleber das Mittel der Wahl. Ein Primer kann vorher aufgetragen werden, muss es aber nicht.

Vorteile:

Zweikomponentige Epoxidharzkleber weisen viele Vorteile auf:

  • Die Verarbeitungszeit ist recht kurz
  • Die Aushärtungsphase erfolgt in der Regel recht schnell; bereits nach wenigen Minuten besteht eine solide Handfestigkeit
  • Das Kleben vieler verschiedener Materialien, auch untereinander, ist möglich
  • Die Schlag- sowie die Scherfestigkeit sind optimal
  • Der Kleber ist zähelastisch und somit auch für flexible Verbindungen geeignet

 

Empfehlung: DIP-Tools 2k Kleber

Der DIP-Tools 2K Epoxidharzkleber ist speziell für die Verklebung von verschiedenen Materialien untereinander sowie das Fügen niederenergetischer Oberflächen entwickelt worden. Er geht eine extrem halt- sowie belastbare Verbindung ein und ist nicht nur UV-, witterungs- sowie korrosionsbeständig, sondern auch unauffällig, da er transparent aushärtet. Jedoch stellt die Beimischung von verschiedenen Füllmaterialien sowie Farbpigmenten kein Problem dar.

Empfehlung DIP-TOOLS 2-Komponenten Kleber, 25 ml

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Preislich ist er im mittleren bis oberen Segment, doch die Investition lohnt sich. Er wird in einer praktischen Doppelkammerkartusche geliefert, so dass das Anmischen sehr einfach zu bewerkstelligen ist. Eine gute Handfestigkeit wird bereits fünf Minuten nach dem Auftragen erreicht. Die Komplettaushärtung erfolgt nach etwa 24 Stunden.

 

 

PP kleben mit Acrylatkleber

Acrylatkleber zum Polypropylen und Polyethylen Kleben basieren, ebenso wie Epoxidharzkleber, auf zwei Komponenten. Diese werden ebenfalls miteinander vermischt und gehen eine hochfeste Reaktion miteinander ein. Auch Acrylatklebstoffe bieten den Vorteil, Kunststoffe ohne vorherige Oberflächenbehandlung mit einem Primer verkleben zu können.

Neben PP und PE klebt Acrylatkleber verschiedene andere Kunststoffe, so zum Beispiel PMMA oder ABS. Auch Werkstoffe wie Metalle und Metalllegierungen, Holz, Keramik und Stein werden hochfest miteinander verbunden.

Vorteile:

Folgende Vorteile bieten zweikomponentige Acrylatkleber:

  • Das Kleben von niederenergetischen Werkstoffen ist ohne Oberflächenbehandlung möglich
  • Der Acrylatkleber bietet eine hohe Wasserbeständigkeit sowie eine sehr gute Schlag- und Scherfestigkeit
  • Die UV-Beständigkeit dieses Klebers ist optimal
  • Neben oben genannten Vorteilen stimmen auch Chemikalien-, Temperatur- sowie Alterungsbeständigkeit
  • Die Verarbeitung ist einfach und die Verarbeitungszeit relativ kurz
  • Es besteht nach kurzer Zeit eine gute Handfestigkeit; die Endfestigkeit ist extrem hoch

 

Empfehlung: Toogoo Acrylatkleber

Der Toogoo Acrylatkleber wird unter anderem für die Reparatur von KFZ-Teilen sowie Behältern in der chemischen Industrie verwendet – nicht ohne Grund, denn es handelt sich dabei um einen hochfesten und extrem stabilen Kleber. Neben PP und anderen Kunststoffen verklebt der Toogoo Kleber noch viele weitere Materialien. Auch das Verkleben verschiedener Werkstoffe untereinander stellt kein Problem dar.

TOOGOO Acrylat-Kleber

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Da der Klebstoff Acryl enthält, sollte er nur im Freien oder in gut belüfteten Arbeitsbereichen eingesetzt werden. Eine Atemmaske sowie eine Schutzbrille und Einweghandschuhe werden bei der Arbeit empfohlen.Auch preislich ist der Toogoo Kleber absolut in Ordnung.

 

 

PP kleben mit Sekundenkleber

Cyanacrylatkleber, auch Sekundenkleber genannt, ist ein einkomponentiger Klebstoff, der nicht nur eine sehr hohe Endfestigkeit, sondern auch eine äußerst kurze Aushärtungszeit aufweist. Die Verarbeitung ist denkbar einfach. Nach einer gründlichen Oberflächenreinigung wird der Klebstoff dünn, aber in ausreichendem Maße aufgetragen und die beiden Substrate mit kurzem, hohem Druck gefügt.

womit kann man pp kleben

Schlagartig härtet der Cyanacrylatkleber aus. Dies gilt für die Verklebung von fast allen Werkstoffen inklusive PP, PE, ABS, Metalle, Stein, Holz, Keramik, Porzellan, Gummi, Leder und vieler weiterer. Sekundenkleber verfügt überdies über ein solides Spaltfüllvermögen und ist für poröse Werkstoffe bestens geeignet.

Vorteile:

Die Vorteile eines Sekundenklebers sind die folgenden:

  • Der Kleber härtet sehr schnell aus
  • Zug- sowie Scherfestigkeit sind solide
  • Der Kleber ist frei von Lösungsmitteln
  • Gerade für kleine Flächen ist Sekundenkleber perfekt geeignet
  • Die Anwendung ist einfach und sauber möglich
  • Es ist keine Oberflächenvorbehandlung nötig, bis auf eine gründliche Reinigung

 

Empfehlung: Pattex Sekundenkleber Plastix

Der Pattex Plastix Sekundenkleber bietet dem Anwender alle Vorteile der gewohnten Pattex Qualität. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt absolut, wenn man bedenkt, dass dieser Sekundenkleber fast alle Materialien dauerhaft haltbar miteinander verbindet. Diese äußerst stabile Verbindung wird durch den enthaltenen Aktivatorstift optimiert.

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Der Pattex Plastix verklebt nicht nur die gleichen Materialien untereinander, sondern auch unterschiedliche. Dabei ist seine Anwendung höchst einfach auch für ungeübte Heimwerker. Weiterhin sind die damit vorgenommenen Verklebungen so gut wie unsichtbar aufgrund der transparenten Aushärtung des Klebers.

 

 

Anleitung zum Polypropylen Kleben

Für das PP Kleben ist die vorherige Oberflächenbehandlung von großer Wichtigkeit. Bei Verwendung moderner Klebstoffe wie zweikomponentiger Acrylat- oder Epoxidharzklebern ist die Anwendung eines Primers kein Muss, sie schadet aber definitiv nicht. Alternativen hierzu sind das Beizen oder die Korona-Entladung. Diese sind jedoch für den Heimanwender schwierig anzuwenden. Das Beizen gilt überdies als nicht ganz unbedenklich.

Weiterhin muss die Oberfläche frei von allen chemischen Stoffen wie Fetten und Ölen sowie Staub und Schmutz sein. Reinigen Sie die Oberflächen der Substrate gründlich mit Isopropanol und einem fusselfreien Lappen und wenden Sie gegebenenfalls einen Primer oder Aktivator an.

Nun wird der Klebstoff nach Datenblatt des Herstellers aufgetragen. Dies kann ein- oder auch beidseitig erfolgen, abhängig vom verwendeten Kleber. Fügen Sie die beiden Substrate zusammen und fixieren Sie sie, falls nötig. Gerade bei glatten Materialien wie PP ist dieser Schritt wichtig, da sich die Substrate sonst verschieben könnten, ehe der Kleber vollständig ausgehärtet ist.

Nehmen Sie ausgetretenen Klebstoff sofort mit einem Küchenkrepp oder einem fusselfreien Lappen auf.

Beachten Sie die Aushärtungszeit nach den Herstellerangaben und geben Sie den Substraten lieber mehr Zeit als zu wenig.

 

 

Tipps und Tricks für das PP Kleben

Dass die Entwicklung von PP Klebern einen höchst zukunftsträchtigen Industriezweig bildet, kommt nicht von ungefähr. PP ist einer der beliebtesten Kunststoffe, wodurch das PP Kleben ebenfalls immer beliebter wird. Um Ihnen dieses zu erleichtern, führen wir im Folgenden einige Profitipps zum PP Kleben auf.

Gerade die Marktführer zur Entwicklung von technischen Klebern haben sich meist auf Kunststoffe spezialisiert, da ihnen die Schwierigkeiten, die das Fügen von PP und PE bieten, bekannt sind. Daher würden wir Ihnen empfehlen, auf Produkte dieser Marktführer zurückzugreifen. So können Sie sichergehen, dass der Klebevorgang gelingt und eine wirklich stabile Klebenaht entsteht.

pp kleber

Vorsicht ist geboten bei Haftklebern. Diese werden zwar oft explizit für das Verkleben auch niederenergetischer Kunststoffe angeboten, sie bleiben jedoch in der Regel klebrig und härten nicht vollständig aus. Das heißt, es entsteht keine dauerhafte Verklebung, sondern diese kann jederzeit wieder gelöst werden.

Neben dem Verkleben kann auch die sanfte Erwärmung der Substratoberflächen manchmal Abhilfe schaffen. Hierbei wirken Sie mit Hitze auf den thermoplastischen Kunststoff ein, so dass sich dieser anlöst. Nun können die Substrate auch ohne Klebstoff miteinander verbunden werden.

Allerdings ist für diese Anwendung eine spezielle Heißluftpistole oder alternativ ein Schweißstab vonnöten. Wie beim Verkleben ist auch hierbei das Verschließen von Rissen in der Substratoberfläche möglich. Bei dieser Technik ist allerdings Vorsicht geboten, denn bei ungeübten Anwendern können sich die Substrate verformen oder zu stark erwärmen.

Sekundenkleber, die für PP oder PE verwendet werden, versprechen zwar eine sehr kurze Aushärtungszeit; für die oben genannten Materialien brauchen sie jedoch weitaus länger. Möchten Sie eine wirklich dauerhafte Verklebung erreichen, sollten Sie mit einer Aushärtungsphase von bis zu 24 Stunden rechnen.

Informieren Sie sich vorab über die Arbeitssicherheit beim Kleben von PP und PE. Verwenden Sie, wenn möglich, eine Atemschutzmaske sowie eine Schutzbrille und Einweghandschuhe. Falls bei Ihnen allergische Reaktionen gegen Latex auftreten könnten, so verwenden Sie lieber Handschuhe aus Nitril.

 

 

Fragen und Antworten

Welcher Kleber klebt PP?

Für PP werden spezielle Kleber benötigt, entweder zweikomponentige Klebstoffe auf der Basis von Epoxidharz oder Acrylat oder Cyanacrylatkleber, sogenannte Sekundenkleber. Empfehlenswert, aber kein Muss ist die vorherige Anwendung eines Primers.

 

Wie erkenne ich PP oder PE?

Hierzu gibt es verschiedene Methoden, entweder durch Einritzen mit dem Fingernagel oder durch die Brennprobe. Bei der Fingernagelprüfung entsteht bei PP oder PE ein Riss, da es sich hierbei um weichen Kunststoff handelt. Bei der Verbrennung von PP entsteht nicht nur ein paraffinähnlicher Geruch, sondern auch eine grelle Flamme, die einen bläulichen Kern hat.

 

Ist Polypropylen unbedenklich?

PP gilt im Allgemeinen als unbedenklich, da es auch in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird. In der Regel werden für PP auch keine Weichmacher verwendet. Vorsicht ist jedoch geboten bei Behältern, die zum Einfrieren von Lebensmitteln verwendet werden, denn diese könnten schädliche Weichmacher enthalten.

 

PP zu kleben ist schwierig, doch nicht unmöglich, wenn man weiß, wie es geht und worauf man besonders achten sollte. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unseren Tipps zum PP und PE Kleben weiterhelfen konnten.

 


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