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Polyesterharz kaufen – Vergleich mit Anleitung und Test

Gerade wenn Sie bereits mit Epoxidharz gearbeitet haben, wissen Sie um die positiven Eigenschaften dieses Materials. Allerdings hat es zwei Nachteile: Es ist sehr teuer und es muss aufs Milligramm genau angemischt werden. Gerade für Anfänger könnte dies abschreckend sein. Daher möchten Sie sich vielleicht nach Alternativen umsehen. Polyesterharz könnte eine davon sein. In unserem Artikel verraten wir Ihnen alle positiven sowie negativen Eigenschaften dieses interessanten Werkstoffs. Zudem stellen wir einen Vergleich mit Epoxidharz an und zeigen Ihnen wo Sie hochwertiges Polyesterharz kaufen können.

 

 

Was ist Polyesterharz?

Ungesättigtes Polyesterharz ist, ähnlich wie Epoxidharz, ein Werkstoff, der unter anderem zur Anfertigung verschiedener Bauteile im Modellbau eingesetzt wird, aber auch beim Bootsbau oder beim Bau von Swimming Pools und Teichen zur Anwendung kommt.

Unter Zuhilfenahme von Polyesterharz lassen sich verschiedene Faserverbundwerkstoffe anfertigen, die unter dem Namen Duroplaste geführt werden. Diese sind, im Gegensatz zu den Thermoplasten, nach dem Aushärten weder verform-, noch schweißbar.

Polyesterharze werden in schnell- und langsamhärtend unterteilt. Dazwischen gibt es eine Vielzahl von Abstufungen. Diese sogenannte Reaktivität hat gravierenden Einfluss auf chemische sowie mechanische Eigenschaften des fertigen Werkstücks, denn sie beeinflusst die Vernetzung während der Aushärtungsphase.

 

 

Eigenschaften von Polyesterharz

Die Eigenschaften dieses Kunstharzes sind extrem variabel, da nicht nur die Anwendungsgebiete, sondern auch die Einarbeitung verschiedenster Füllmaterialien sowie Farbgeber eine Rolle spielen. Allgemein ist zu sagen, dass Polyesterharze sich hervorragend zur Verbindung mit Glasfasern eignen, da sie eine hohe Durchdringungseigenschaft besitzen. Nach der Aushärtung sind die Werkstücke witterungs- und wasserbeständig. Auch gegen verdünnte, nicht oxidierende Säuren sowie wässrige Salzlösungen bewähren sie sich gut.

Tipp: Sie können auch lebensmittelechtes Polyesterharz kaufen. Ob das Harz, das Sie verwenden möchten, diese Eigenschaft besitzt, sollten Sie im Zweifelsfall beim Hersteller erfragen oder im technischen Datenblatt einsehen. Lebensmittelechtheit bedeutet, dass der verwendete Werkstoff die Lebensmittel weder geschmacklich, noch durch die Abgabe schädlicher Stoffe beeinträchtigt.

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Für welche Anwendungen ist Polyesterharz geeignet?

Im Prinzip gibt es dafür kaum Grenzen. So lassen sich beispielsweise Positiv- sowie Negativformen daraus herstellen, die für unterschiedlichste Objekte verwendet werden können. Es wird für den Bootsbau ebenso eingesetzt wie für den Guss von Stoßstangen oder Dachrinnen. Auch für die Reparatur von Kunststoffteilen ist das Harz geeignet.

Zur Abdichtung von Swimming Pools, Jacuzzis oder auch Gartenteichen eignet sich Polyesterharz hervorragend, aber auch für den Bau verschiedener witterungsbeständiger Outdoor-Objekte.

 

 

Epoxidharz oder Polyesterharz kaufen?

Polyesterharz besitzt im Vergleich zum Epoxidharz einige herausragende Vorteile. Jedoch gibt es auch einige nachteilige Eigenschaften:

Vorteile

  • Polyesterharz ist viel günstiger in der Anschaffung. Gerade wenn Sie große Mengen verarbeiten wollen, könnte sich ein Preisvergleich hier durchaus lohnen.
  • Weiterhin lässt sich die Verarbeitungszeit beim Polyesterharz vom Anwender zum Teil selbst bestimmen. Sie können ein unterschiedlich großes Zeitfenster bis zur Aushärtung wählen, indem Sie dem flüssigen Polyesterharz verschieden hohe Mengen an Härter beimischen. Hierbei halten Sie sich am besten an das Datenblatt des Herstellers. Die Zugabe kann zwischen 1,0 und 2,5 % variieren. Die zwei Komponenten des Epoxidharzes hingegen müssen sehr genau abgewogen werden, da es sonst unzureichend aushärtet oder, bei Verwendung einer zu großen Menge des Härters, sehr spröde wird.
  • Bei der Arbeit mit Polyesterharz sind Sie also während der Gestaltungsphase zeitlich viel flexibler, als wenn Sie Epoxidharz verwenden.
  • In der Wahl des Verstärkungsgewebes sind Sie außerdem relativ frei. Sie können sich zwischen Glasfilamentgewebe, Glasfasermatten und Glasfasergelegen entscheiden. Diese werden benötigt, um bei Bauteilen eine höhere Stabilität zu erzielen. Allerdings ist auch Epoxidharz für Glasfilament-, Carbon- sowie Aramidgewebe geeignet.

 

Nachteile

  • Bei der Verarbeitung von Polyesterharz entsteht eine deutliche Geruchsentwicklung, da es in der Regel Styrol enthält. Auch während der Trocknungsphase dauert es lange, bis der Geruch entweicht. Somit eignet es sich eher für den Außengebrauch. Epoxidharz jedoch ist auch für Innenräume geeignet, da bei dessen Benutzung kaum bis keine Geruchsbildung besteht.
  • Die mechanischen Eigenschaften fallen beim Polyesterharz ebenfalls negativer aus als beim Epoxidharz. Diese geben an, wie belastbar ein Stoff ist. Das Epoxidharz ist merklich resistenter gegen mechanische Einflüsse. Außerdem ist Epoxidharz nicht nur auf angerauten Untergründen gut verwendbar, während sein günstigerer Mitbewerber auf glattem Untergrund wie Glas oder Metall versagt.
  • Beim Bootsbau ist eine weitere Eigenschaft wichtig: Epoxidharz ist sehr viel wasserbeständiger als Polyesterharz.

 

Worauf beim Polyesterharz kaufen achten?

Möchten Sie Polyesterharz kaufen, so gibt es bei der Anschaffung verschiedene Dinge zu beachten.

  • Die beim Laminieren sowie Formenbau verwendeten Glasfasermatten sind in vielen verschiedenen Stärken erhältlich. Die Auswahl kann hier sehr verwirrend sein. Das Gleiche gilt für das Polyesterharz an sich. Auf dem freien Markt gibt es viele Produkte und nicht alle eignen sich für Ihr geplantes Projekt. Ist es Ihr erster Versuch mit Polyesterharz, so empfiehtl es sich vor de Kauf gründlich über die Produkte zu informieren.
  • Achten Sie beim Kauf auf namhafte Hersteller. Erwerben Sie kein Produkt, das billig angeboten wird, sich aber dann eventuell als untauglich erweist. Mit Produkten von guten Herstellern sind Sie auf der sicheren Seite. Sonst stecken Sie vielleicht sehr viel Mühe in den Formenbau, nur um dann festzustellen, dass das Material nicht völlig aushärtet.

 

 

Benötigte Materialien zur Verarbeitung

Welche Materialien Sie genau brauchen, hängt natürlich von Ihrem Projekt ab. Wir geben Ihnen einen grundsätzlichen Überblick an Utensilien, die Sie benötigen, und nachfolgend eine kurze Einführung in die Laminiertechnik sowie den Bau einer Negativform mit Polyesterharz.

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Sie brauchen grundsätzlich:

  • Polyesterharz, geeignet für Ihr Projekt
  • Glasfasermatten, eventuell in verschiedenen Stärken
  • Aceton
  • Eventuell Grundierwachs für saugfähige oder poröse Oberflächen
  • Folientrennmittel
  • Einen weichen Schwamm oder Pinsel
  • Einen Spachtel
  • Eine Waage, am besten digital
  • Feinschichtharz oder Gelcoat
  • Einen Entlüftungsroller
  • Eventuell Pigment- oder eine andere geeignete Farbe
  • Einweghandschuhe
  • Eine Dosierspritze
  • Schere und Messer
  • Becher, am besten Messbecher
  • Eine Atemschutzmaske
  • Rührstäbe
  • Eventuell Spachtelmasse oder Plastilin
  • Einen Plastikkeil

Legen Sie sich alle Materialien vor Beginn Ihrer Arbeit zurecht, damit Sie sie griffbereit haben.

 

 

Step-by-Step-Anleitung: Polyesterharz verarbeiten

  • Der erste Schritt zur Verarbeitung von Polyesterharz ist ein sauberes Arbeitsumfeld. Entfernen Sie gründlich jeglichen Schmutz und Staub, um spätere Einschlüsse im Material zu verhindern.
  • Schleifen Sie die Oberfläche Ihres Untergrundes am besten an und reinigen Sie diesen mit Aceton, damit er sauber und fettfrei ist.
  • Hinterher tragen Sie Folientrennmittel auf, um das Werkstück später leicht entfernen zu können. Arbeiten Sie mit einem porösen oder sehr saugfähigen Untergrund, sollten Sie zuvor noch eine Schicht Grundierwachs auftragen.
  • Nun rühren Sie das Kunstharz an. Gerade Anfänger sollten mit der Menge sparsam sein. Stellen Sie zunächst lieber kleinere Portionen her. Als Faustregel gilt, nur so viel anzumischen, wie Sie in zehn bis fünfzehn Minuten aufbrauchen können, denn nach etwa dieser Zeit härtet das Polyesterharz aus. Die genaue Menge hängt natürlich von Ihrem Projekt ab.
  • Wiegen Sie beide Komponenten ab oder berechnen Sie die benötigte Menge an Härter anhand des zuvor abgewogenen Polyesterharzes. Sie sollten beide Komponenten sehr gründlich miteinander vermischen. Denken Sie daran, auch die Seitenränder des Bechers und den Boden umzurühren, damit sich kein Material dort absetzt. Topfen Sie das Gemisch zwei bis drei Mal um, damit es auch wirklich komplett durchmischt ist.
  • Nachdem gründlich umgerührt und umgetopft wurde, kann das Harz verarbeitet werden.
  • Nun kommt es darauf an, was genau Sie für ein Projekt anstreben. Wir stellen Ihnen sowohl das Laminieren als auch das Anfertigen einer Form vor. Beachten Sie beim Formenbau, dass Negativformen besonders für Karosserieteile oder den Modellbau geeignet sind, während Positivformen vor allem beim Pool- und Teichbau zur Anwendung kommen.

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Bau einer Negativform mit Urform mit Polyester Gießharz

  • Achten Sie zunächst beim Urmodell darauf, dass es sehr sauber und gut verarbeitet ist, so dass keine störenden Überhänge, Ecken oder Nasen entstehen. So sparen Sie bei der Nachbearbeitung viel Zeit, da Ihre Form kein lästiges Schleifen oder Abfräsen mehr erfordert.
  • Zuerst werden Fugen mit Plastilin oder Spachtelmasse abgedichtet. Das Plastilin wird verwendet, indem kleine Rollen davon hineingedrückt werden. Den Überhang können Sie mit dem Messer oder Skalpell abnehmen.
  • Nun werden Trennwachs und Folientrennmittel in zwei Schichten aufgetragen und hiernach das Gelcoat aufgetragen. Versuchen Sie, das Gelcoat nur in eine Richtung zu streichen, denn damit werden lästige Lufteinschlüsse vermieden.
  • Das zurechtgeschnittene oder -gerissene Glasfasermaterial wird eingelegt. Das Harz wird auf die Glasfaser aufgetragen. Nun warten Sie, bis es leicht geliert. Testen Sie, ob es noch Fäden zieht, und arbeiten Sie dann Schicht für Schicht weiter, und zwar nass in nass.
  • Sind Sie fertig, lassen Sie die Form vollständig aushärten und entfernen Sie diese danach unter Zuhilfenahme eines Plastikkeils.

 

Laminieren mit Polyesterharz

  • Die bereitgelegte Glasfasermatte wird imprägniert, indem Sie das Polyesterharz mittels einer Rolle oder eines Pinsels auf den Untergrund aufbringen und dann die Glasfasermatte auflegen. Dies funktioniert entweder geschnitten oder gerissen, wobei Ihnen ausgefranste Randstücke bei der Arbeit mit Überlappungen einen Vorteil bringen.
  • Nachdem Sie ein weiteres Mal Harz aufgetragen haben, wird die Glasfasermatte weich und lässt sich formen.

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  • Achten Sie beim Auftragen darauf, dass weder weiße, noch glitzernde Stellen zurückbleiben, denn dort befindet sich zu wenig beziehungsweise zu viel Harz.
  • Nachdem die komplette Matte eingestrichen wurde, entfernen Sie die Luftblasen, indem Sie diese mit einer Rolle oder einem Pinsel ausstreichen. Hierzu gibt es spezielle Entlüftungsroller, die für größere Flächen eingesetzt werden können.
  • Ist das Material getrocknet, kann es noch mit einem Topcoat Polyesterharz eingestrichen werden, so dass es witterungsbeständig wird. Hierzu muss es leicht angeschliffen werden. Möchten Sie Ihr Objekt in einer bestimmten Farbe streichen, können Sie dem Polyesterharz Farbpigmente oder Farbpaste hinzugeben.
  • Reinigen Sie nach der Arbeit die verwendeten Werkzeuge, an denen noch flüssiges Harz haftet, zeitnah mit Aceton und lassen Sie es gut auslüften. Ist das Harz erst ausgehärtet, kann man es nämlich nur noch abschleifen.

polyesterharz anleitungBilder: johzio / shutterstock.com

 

Die Aushärtungsphase

Wie lange das angefertigte Werkstück braucht, um komplett auszuhärten, ist unter anderem vom Material abhängig. Wie lange dies bei Ihrer verwendeten Harz-Marke dauert, können Sie dem beiliegenden Datenblatt des Herstellers entnehmen. Ein Faktor, der die Dauer des Aushärtungsprozesses wesentlich beeinflusst, ist, neben Material, Größe und Form des Werkstücks, die Temperatur. Im freien Handel sind Kunstharze erhältlich, die bei einer Temperatur von 20 bis 25° Celsius komplett aushärten, andere wiederum benötigen eine hohe Temperatur. Diese werden getempert.

 

 

Das Tempern

Die Aushärtung von Kunstharzen ist ein chemischer Prozess, der durch Wärmezufuhr teilweise gesteuert werden kann. Die Viskosität des Materials steigt an, bis sie den Gelierpunkt erreicht. Danach härtet das Harz vollständig aus; es geht in den festen Aggregatzustand über. Bei höheren Temperaturen verringert sich die Verarbeitungszeit, da das Harz dünnflüssiger und somit weniger viskos ist. Je niedriger die Temperatur, desto länger dauern sowohl Verarbeitungs- als auch Aushärtungszeit an. In letzterem Fall kann diese bis zu mehrere Tage dauern.

Tipp: Durch eine lange, gezielte und gleichmäßige Wärmezufuhr können die Struktur des gegossenen Bauteils verbessert und seine mechanischen Eigenschaften optimiert werden. Beim sogenannten Tempern werden eventuell vorhandene Luftblasen entfernt, so dass Schäden in dessen Struktur ausgeglichen werden.

 

 

Zugabe eines Inhibitors

Wenn Sie mehr Zeit für die Verarbeitung des Kunstharzes benötigen, haben Sie die Möglichkeit, den Komponenten eine dritte hinzuzufügen, den Inhibitor. Wie der Name bereits sagt, hemmt beziehungsweise verzögert dieser den Aushärtungsprozess. Gerade wenn Sie eine große Menge Polyesterharz verarbeiten müssen, sollten Sie einen Inhibitor zugeben.

Wie hoch die Menge dieser dritten Komponente sein soll, müssen Sie anhand folgender Faustregel bestimmen: Geben Sie 0,2 % zur Komponentenmischung hinzu, verdoppelt sich die Verarbeitungszeit. Geben Sie 0,5 % hinzu, vervielfacht sie sich.

Bei der Verarbeitung von Gelcoat ist die Zugabe eines Inhibitors allerdings nicht empfehlenswert, da dessen Struktur darunter leiden kann.

 

 

Polyesterharz einfärben

Genau wie Epoxidharz kann auch Polyesterharz ganz nach Ihrem persönlichen Geschmack eingefärbt werden. Allerdings müssen Sie beachten, dass die verwendeten Farben einen Einfluss auf die Struktur des Arbeitsmaterials haben können. Kunstharz besteht immer aus einem empfindlichen System aus Harz und Härter. Fügt man diesen beiden Komponenten noch weitere hinzu, kann es zu Änderungen in Aussehen sowie Funktion kommen. Die beigemischten Farben haben zum Beispiel einen Effekt auf die Viskosität und somit auf den Aushärtungsprozess. Daher sollten Sie genau darauf achten, welche Farben sich dafür eignen. Grundsätzlich funktionieren Farbstoffe für Epoxidharz auch für Polyesterharz – je farbintensiver und deshalb weniger Menge benötigt wird, desto besser.

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Weiterhin ist darauf zu achten, dass das Ergebnis im ausgehärteten Kunstharz meist nicht ganz der Ausgangsfarbe entspricht. Nehmen Sie aus diesem Grund immer mehrere Versuchsreihen vor, ehe Sie sich Ihrem eigentlichen Projekt widmen. Es ist ärgerlich, wenn Sie viel Zeit, Mühe und auch Geld verschwenden, weil das Resultat nicht Ihren Vorstellungen entspricht.

 

Es ist auf drei verschiedene Arten möglich, die Farbe in das flüssige Harz einzubringen:

  • Langsames Eintropfen
  • Einrühren
  • Einschütten

Dabei sollten Sie genau darauf achten, wann sich die Viskosität Ihrer Mischung ändert. Dieser Prozess ist schwer auszumachen und bedarf einiger Erfahrung. Hier gilt das Sprichwort: Übung macht den Meister!

Je dickflüssiger Ihr Harz ist, desto schwieriger ist es übrigens, die Farbe gleichmäßig in der Mischung zu verteilen, wohingegen ein zu dünnflüssiges Harz zu Schlierenbildung neigt.

 

Arbeitsschutz beim Umgang mit Polyesterharz

 

Arbeiten Sie mit Polyesterharz, sollten Sie einige grundlegende Dinge beachten, denn hierbei handelt es sich um eine giftige Chemikalie!

Lüften Sie den Raum gründlich, lassen Sie, wenn möglich, die Fenster geöffnet oder arbeiten Sie im Freien. Alternativ tragen Sie eine Atemschutzmaske. Lassen Sie das Material nicht in Wohnräumen aushärten, da hierbei eine starke Geruchsbildung vonstatten geht. Rauchen Sie nicht und hantieren Sie nicht mit offenem Feuer.

Tragen Sie langärmelige Kleidung und Handschuhe. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Haut nicht mit dem Kunstharz in Berührung kommt. Denken Sie über die Anschaffung eines Ganzkörperschutzanzuges nach. Auch eine Schutzbrille sollte vorhanden sein.

Sorgen Sie auch dafür, dass Ihre Umgebung möglichst frei von Polyesterharz bleibt, denn einmal ausgehärtet, ist es sehr schwer zu entfernen. Schützen Sie Flächen, die nicht mit dem Kunstharz in Kontakt kommen sollen, mit Folie oder dicken Lagen Zeitungspapier. Noch flüssiges Harz können Sie rasch mit Reinigungsbenzin entfernen. Aus porösen Oberflächen lässt sich das Harz gar nicht mehr lösen.

Arbeiten Sie bei der Kalthärtung des Werkstücks mit Ketonperoxid und Cobaltbeschleuniger, sollten Sie diese beiden Komponenten nie gleichzeitig in das Harz geben und verrühren, sonst kann es zu einer Verpuffung kommen. Mischen Sie die beiden Substanzen unbedingt nacheinander ein!

 

Lagerung von Polyesterharz

Nachdem Sie Ihre Arbeit beendet haben, sollten Sie die Harzbehälter gut verschließen und an einem lichtgeschützten und kühlen Ort aufbewahren. Gießen Sie das Harz nicht um, sondern lagern Sie es im Originalbehälter. So ist es bei Raumtemperatur etwa sechs Monate haltbar.

MEKP-Härter sollten nicht zu lange lagern, da sie sonst Wasser aufnehmen könnten. Dadurch kann es bei der Verarbeitung zu Strukturschäden bei Deckschichten kommen.

 

 

Tipps und Tricks

  • Vermeiden Sie bei der Arbeit mit Polyesterharz rechtwinklige Formen. Diese stellen stets eine Schwachstelle dar. Um solche Formen zu umgehen, können Sie Hohlkellen verwenden.
  • Wenn Sie ein Projekt mit Polyesterharz witterungsbeständig machen wollen, versehen Sie dieses nach der Aushärtung des Materials mit einem Schutzanstrich. So stellen Sie sicher, dass auch UV-Licht oder auch das Chlorwasser eines Pools dem Polyesterharz nichts anhaben können.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Projekt während des Aushärtungsprozesses vor direkter UV-Strahlung geschützt ist, denn diese kann sich negativ auf seine Struktur auswirken.
  • Eine große Oberfläche des angerührten Harzgemischs sorgt für eine längere Verarbeitungszeit, da sich das Polyesterharz auf diese Art nicht so schnell erwärmt. Ist es Ihr erstes Projekt mit Kunstharz, verwenden Sie also eine flache, aber breite Wanne, in der Sie die Komponenten anrühren oder in die Sie das fertige Gemisch umschütten.
  • Oberflächen, die Sie schützen möchten, ohne sie mit Folie zu überziehen, können Sie auch mit Trennmittel behandeln. Sind Sie mit Ihrer Arbeit fertig, ziehen Sie die entstandenen Harzspritzer einfach von den behandelten Oberflächen ab.
  • Möchten Sie überhängendes Gießharz entfernen, beispielsweise wenn Nasen oder Gießnähte entstanden sind, können Sie Werkzeuge wie Skalpelle, Dremel, Feilen und verschiedene Arten von Sägen einsetzen. Sorgen Sie jedoch auch bei diesen Arbeiten für ausreichende Belüftung oder tragen Sie eine Atemschutzmaske, denn auch hierbei kommt es zu einer Erwärmung des ausgehärteten Materials und somit zu Geruchsbildung.
  • Gerade für Anfänger, die zunächst ein wenig herumexperimentieren möchten, eignet sich Polyesterharz also gut, da es im Vergleich günstig und einfacher anzumischen ist. Allerdings gibt es verschiedene Dinge, die beachtet werden sollten, gerade was die Sicherheit anbelangt.

 

Halten Sie sich an unsere Tipps, werden Sie an der Arbeit mit Polyesterharz viel Freude haben und sicher ein großartiges Projekt auf die Beine stellen.

 

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